Eine Prise Fantasie

Sie faszinieren uns einfach, die Geschichten mit den Fantasiewesen, die Märchen mit Hexen und Zauberern, magischen Kreaturen und deren zauberhafte Welt. Ein Beweis dafür sind millionenfach verkaufte Bücher wie «Harry Potter», «Herr der Ringe», die «Chroniken von Narnia» und weitere. Millionen von Menschen, Kinder und Erwachsene, sind bereits in diese Welten eingetaucht.

Sie begeistern uns einfach, die Geschichten, in denen eben nicht alles so läuft wie in der realen Welt. Weil wir in ihnen auf eine Reise gehen, auf der Unerwartetes geschieht. Weil vor unserem inneren Auge eine Welt mit Bildern und Farben erscheint, die es sonst nicht gibt. Und weil wir Figuren, Wesen und Kreaturen sehen, auf die wir selber nicht gekommen wären. Und wir fragen uns, wie hat die Autorin oder der Autor dieser Geschichte wohl all diese Ideen entwickelt? Aber eigentlich spielt das ja keine Rolle. Eine Rolle spielt es, was sie damit erreichen. Nämlich dass die Leserschaft oder die Zuschauer sich hinsetzen, dem Bühnenstück, dem Film oder den Zeilen folgen und dabei völlig die Zeit vergessen. Denn das bedeutet es, in eine andere Welt einzutauchen.

Sie unterhalten uns einfach, die Geschichten wie jene mit dem verwunschenen Biest und seiner schrecklichen Fratze, den haarigen Fingern und spitzen Nägeln. Sein Schicksal, wie es zurzeit in «Die Schöne und das Beist» auf der Walensee-Bühne zu sehen ist, interessiert uns, wir fiebern mit ihm mit und hoffen, dass alles gut kommt. Von der Spannung gefesselt, kommen wir bei manch einem Buch, einem Film, einem Musical gar nicht mehr los und bleiben lieber mal ein bisschen länger wach. Und da gibt es noch die ganz Angefressenen, die wirklich nicht mehr aufhören können und die ersten Ferientage gleich in der Geschichte verbringen. Tschüss, ich bin dann mal weg.

Und sie verzaubern uns, die Geschichten, in denen am Ende – nach ein paar Hürden, ein paar Kämpfen, ein paar Opfern – alles gut ist. Harry Potter tötet den bösen Lord Voldemort und rettet so die Zauberwelt, Bella und Edward leben ihr unendliches Leben glücklich und zufrieden und die schöne Bella erlöst das Biest von seinem Fluch. Glückliche Enden, wer mag sie nicht. Vielleicht auch, weil in der Welt, in der wir leben, nicht immer das Gute siegt. Da schadet es auch nicht, ein bisschen in eine Welt zu verschwinden, in der das der Fall ist. In welcher Charaktere mit guten Herzen, mit Mut, mit Sinn für die kleinen Freuden am Ende den Sieg nach Hause tragen. Denn sie können uns nicht nur faszinieren, begeistern, unterhalten und verzaubern, sondern auch eine Menge lehren. Auch für die Welt, in der wir leben.